Unter Ausspannung versteht die Versicherungswirtschaft, dass ein Versicherungsunternehmen oder der für ein Versicherungsunternehmen Handelnder in der Absicht, eine Versicherung abzuschließen oder zu vermitteln, vorsätzlich jemanden dazu veranlasst, ein bereits bestehendes oder beantragtes Versicherungsverhältnis vorzeitig zu lösen. Dies ist gemäß den Wettbewerbsrichtlinien der Versicherungswirtschaft, Besonderer Teil, Ziffer 48, untersagt.
I.d. Regel erfolgt eine Ausspannung durch einen Versicherungsvermittler. Eine Ausspannung kann für den Versicherten ganz erhebliche Nachteile haben, da er zu Vertragsbeginn anfallende Abschlusskosten ggf. mehrfach bezahlen muss. Daher sind alle Versicherungsunternehmen angehalten, vertragliche Vereinbarung mit ihren Versicherungsvermittlern bzgl. der Unzulässigkeit von Ausspannung zu vereinbaren. Dies bedeutet in der Praxis, dass bei Bekanntwerden einer Ausspannung die betroffenen Neuverträge wieder aufzuheben sind und somit keine Provision oder andere Vergütung für den Neuvertrag an den Versicherungsvermittler zu bezahlen ist.