Wenn in einem Gesellschaftsvertrag (in diesem Fall GbR) sich die Gesellschafter verpflichtet haben, für das Leben des jeweils anderen Gesellschafters eine Risikolebensversicherung abzuschließen, kann aufgrund eines fehlendem erhöhten berufsspezifischen Risiko die Absetzung der Versicherungsprämien als Betriebsausgaben verwehrt werden. Die Absicherung eines drohenden Umsatzausfall, um die Fortführung der Kanzlei zu sichern oder um die Todesfallleistung für die Ablösung von Sicherheiten zu verwenden, sind keine Gründe für die Absetzung als Sonderbetriebsausgaben. Würde sich die Versicherung auf ein betriebliches Risiko beziehen, wären die Prämien Betriebsausgaben und die Auszahlung der Versicherungsleistung als Betriebseinnahme zu versteuern. Nur die Absicherung gegen spezielle berufs- oder betriebsspezifische Gefahren wie Berufskrankheiten und Arbeitsunfälle gelten als betrieblich veranlasst. Hiervon ausgehend sind die Versicherungsbeiträge der Gesellschafter der GbR nicht betrieblich veranlasst und daher nicht als Sonderbetriebsausgaben abziehbar.
Jedoch lässt der BFH offen, ob die Absicherung bzw. Ansparen der Tilgunsbeiträge betrieblich bedingter Kredite möglicherweise absetzbar sind. Hier tritt die Absicherung des Todesfallrisikos in den Hintergrund.(BFH, Urteil v. 23.4.2013, VIII R 4/10)