Wieso ist das so?

Hunde brauchen extra Haftpflichtschutz – Katzen nicht.

Selbst wahre Kampfkatzen richten nun mal in der Regel nicht so viel Schaden an wie Hunde. Deshalb brauchen Hundebesitzer für ihren Bello oder Lumpi zusätzlichen Versicherungsschutz zu ihrer privaten Haftpflichtversicherung. Natürlich ist nicht der Hund selbst haftpflichtversichert, sondern sein Herrchen – darum heißt der Zusatzschutz „Hundehalterhaftpflichtversicherung“. In den meisten Bundesländern ist eine Hundehalterhaftpflichtversicherung bereits zwingend vorgeschrieben. Wird eine Person gebissen oder verletzt oder verursacht der Hund einen Verkehrsunfall, können sehr hohe Schadenersatzansprüche der Geschädigten entstehen. Etwa 30.000 bis 50.000 Bissverletzungen werden jährlich in Deutschland ärztlich behandelt. Fachleute gehen von einer erheblichen Dunkelziffer aus, da die Hälfte aller Bissverletzungen ohne medizinische Versorgung bleibt. Schäden, die Kleintiere wie Katzen oder Meerschweinchen verursachen, sind von der ganz normalen Haftpflichtversicherung gedeckt. Aber wer einen Hund hat, und sei er noch so klein, braucht eine zusätzliche Haftpflichtversicherung für das Tier. Denn auch kleine Hunde können großen Schaden anrichten – etwa, wenn sie sich losreißen, auf die Straße laufen und einen Unfall provozieren.
Ansprechpartner beim GdV: Katrin Rüter, Tel. 030/20 20-51 19; E-Mail: k.rueter@gdv.org

Versicherter ist angeblich unschuldig, Versicherer zahlt Schaden trotzdem.

Ansprechpartner beim GdV: Katrin Rüter, Tel. 030/20 20-51 19; E-Mail: k.rueter@gdv.org


Vor langen Reisen – Versicherer informieren!

Wenn jemand einen mehrmonatigen Urlaub plant und das häusliche Domizil in dieser Zeit sozusagen unbewacht bleibt, muss er die Hausratversicherung informieren. Er riskiert sonst seinen Versicherungsschutz. Denn lange Abwesenheit gilt als sogenannte Gefahrenerhöhung: Solche Wohnungen sind ein beliebtes Ziel für Einbrecher. Ab wann eine solche Gefahrenerhöhung gilt, regeln die Versicherer unterschiedlich: Das kann ab 60 Tagen oder erst ab 90 Tagen Abwesenheit sein. Ansprechpartner beim GdV: Katrin Rüter, Tel. 030/20 20-51 19; E-Mail: k.rueter@gdv.org

Malheur beim Freundschaftsdienst: Haftpflichtversicherung zahlt nicht!

Wozu hat man Freunde? Man hilft sich gegenseitig. Und wenn dabei etwas kaputtgeht? Die private Haftpflichtversicherung zahlt oftmals nicht, wenn der Versicherte bei einer Gefälligkeit unter Freunden – wie etwa Helfen beim Umzug – etwas beschädigt. Denn die Haftpflichtversicherung zahlt nur dann, wenn ein Schadenersatzanspruch begründet ist. Doch der Gesetzgeber beziehungsweise die Gerichte gehen davon aus, dass bei einem Freundschaftsdienst im Vorfeld regelmäßig quasi stillschweigend ein Haftungsausschluss vereinbart wird. Zumindest bei einfacher Fahrlässigkeit sollen Helfer, die ihre Hilfe schließlich unentgeltlich zur Verfügung stellen und ihre Freizeit opfern, nicht zur Haftung herangezogen werden. Einige Versicherer leisten in solchen Fällen dennoch: damit wenigstens die Freundschaft nicht zerbricht. Ansprechpartner beim GdV: Katrin Rüter, Tel. 030/20 20-51 19; E-Mail: k.rueter@gdv.org


eVB – Kfz-Zulassung wird vereinfacht

Wer ein Fahrzeug zulassen will, benötigt dazu von seiner Versicherung einen Nachweis über eine Kfz-Haftpflichtversicherung. Diesen Versicherungsnachweis gab es bis ins Jahr 2008 nur in Papierform mit der sogenannten Versicherungsbestätigungskarte, im Volksmund „Doppelkarte“ genannt. Ab dem 1. März 2008 wurde in Deutschland die elektronische Versicherungsbestätigung eingeführt. Als Nachweis einer Kfz-Haftpflichtversicherung dient dann eine siebenstellige Zahlen- und Buchstabenkombination, kurz eVB Nummer. Diese erhalten Sie bei Ihrem Versicherer oder Versicherungsmakler. In einem vollständig elektronischen Vorgang können die notwendigen Daten für die An- oder Ummeldung eines Kraftfahrzeuges zwischen Versicherungsunternehmen, Kraftfahrt-Bundesamt und den örtlichen Zulassungsbehörden papierlos ausgetauscht werden.

Und so funktioniert es: Der Versicherer händigt stellt Ihnen eine eVB zur Verfügung. Die Zulassungsbehörden haben Zugriff auf diese Datenbank und können die elektronische Versicherungsbestätigung von dort abrufen. Damit die elektronische Versicherungsbestätigung und Sie als Versicherungsnehmer zueinander finden, erhalten Sie vom Versicherer eine Versicherungsbestätigungsnummer. Sie besteht aus einer siebenstelligen Zahlen- und Buchstabenkombination wie „H7FX5A3“ und dient dazu, die in der Datenbank für Sie hinterlegte elektronische Versicherungsbestätigung für die Zulassungsbehörde sichtbar zu machen. Dazu benötigt der Versicherer nur Ihre persönlichen Daten. Die Daten des Kfz müssen Sie wie bisher bei der Zulassungstelle dabei haben, sofern sie nicht vorab eingetragen wurden und mit übermittelt wurden. Bei der Anmeldung nennen Sie nur noch Ihre eVB-Nummer oder zeigen diese auf Ihrem Handy oder Smartphone vor. Der Mitarbeiter der Zulassungsstelle kann dann online überprüfen, ob für den Kunden eine gültige Versicherungsbestätigung hinterlegt wurde. Ist dies der Fall, kann das Fahrzeug zugelassen werden.

Baby macht kaputt – Haftpflicht zahlt nicht.

Viele junge Eltern kennen das: Die ganze Familie ist zu Besuch bei Freunden. Die Erwachsenen unerhalten sich und lassen den Filius kaum aus den Augen – trotzdem passiert es. Der oder die Kleine wirft eine Vase um oder verschüttet Fruchtsaft auf den teuren, hellen Berberteppich. „Kein Problem“, denken viele, wir haben ja eine Haftpflichtversicherung. Doch in der Regel entsteht gar kein Schadenersatzanspruch, wenn Kinder unter sieben Jahren einen Schaden verursachen. Erst ab sieben – im Straßenverkehr ab zehn – Jahren können Kinder selbst zur Haftung herangezogen werden. Eltern haften nur für eigenes Fehlverhalten, wenn sie also die Aufsichtspflicht verletzt haben. Und die Haftpflichtversicherung kann nur für den Schaden eintreten, wenn ein berechtigter Schadenersatzanspruch besteht. Auch wenn der Gesetzgeber hier keinen Schadenersatzanspruch vorsieht: Den Eltern ist die Situation gegenüber Freunden oder Nachbarn oft unangenehm. Deshalb bieten Haftpflichtversicherer für solche Situationen oft zusätzlich Versicherungsschutz für Schäden durch deliktunfähige Kinder an. Ansprechpartner beim GdV: Katrin Rüter, Tel. 030/20 20-51 19; E-Mail: k.rueter@gdv.org


Frauen zahlen mehr – und leben länger!

Männer und Frauen zahlen in bestimmten Versicherungssparten (Lebens-, Renten-, Berufsunfähigkeits-, private Unfall- und Kraftfahrtversicherung) unterschiedliche Prämien für die gleiche Leistung. Ist das nicht ungerecht? Nein, denn dadurch werden die je nach Geschlecht unterschiedlichen Wahrscheinlichkeiten für den Eintritt eines Versicherungsfalles ausgeglichen. So bezahlen junge Frauen wegen der niedrigeren Unfallhäufigkeit häufig niedrigere Beiträge zur Kfz-Versicherung. Die in jedem Alter niedrigere Sterbewahrscheinlichkeit führt für Frauen auch zu niedrigeren Beiträgen für eine Risiko-Lebensversicherung. Umgekehrt zahlen in der Rentenversicherung Männer für die gleiche monatliche Altersrente geringere Beiträge als Ausgleich dafür, dass sie wegen ihrer niedrigeren Lebenserwartung die Rente im Durchschnitt nicht so lange beziehen wie Frauen. Das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz lässt solche Unterscheidungen weiterhin zu, wenn das Geschlecht „bei einer auf versicherungsmathematischen und statistischen Daten beruhenden Risikobewertung ein bestimmender Faktor ist“. Ansprechpartner beim GdV: Katrin Rüter, Tel. 030/20 20-51 19; E-Mail: k.rueter@gdv.org

Unfallzahlen gehen zurück – Regionalklasse bleibt?

Die Zahl der Verkehrsunfälle geht zurück. Bundesweit weniger Unfälle, weniger Verletzte auf den Straßen. Und doch: In einigen Fällen bleibt die Regionalklasse des jeweiligen Zulassungsbezirks, trotz regional rückläufiger Unfallzahlen, gleich – oder steigt sogar. Warum? Die von den Statistischen Landesämtern oder von Straßenverkehrsbehörden herausgegebenen Daten beziehen sich auf das Unfallgeschehen der Region oder des Landes – die Regionalstatistik der Versicherer bildet das Schadengeschehen der in einem Bezirk zugelassenen Fahrzeuge ab. Gleichzeitig bedeutet eine höhere Regionalklassen-Einstufung nicht zwangsläufig höhere Versicherungsprämien: Die statistischen Indizes, die die Regionalklassen definieren, orientieren sich an bundesweiten Durchschnittswerten. Sinkt bundesweit die Unfallhäufigkeit – wie derzeit etwa bedingt durch hohe Benzinpreise – steht der Bundesdurchschnitt (Indexwert 100) für weniger Schadenaufkommen. Ansprechpartner beim GdV: Katrin Rüter, Tel. 030/20 20-51 19; E-Mail: k.rueter@gdv.org


Wer sein Auto liebt… … kann reparieren lassen:

Übersteigen die von einem Kfz-Sachverständigen ermittelten Reparaturkosten (einschließlich Wertminderung) den Wiederbeschaffungswert eines Fahrzeuges, ist die Instandsetzung in der Regel unwirtschaftlich. Es liegt ein Totalschaden vor. Der Geschädigte erhält den Betrag, den er für ein gleichwertiges Fahrzeug aufbringen müsste (=Wiederbeschaffungswert). Davon wird der Wert des beschädigten Fahrzeugs (=Restwert) abgezogen. Sofern die Reparaturkosten den Wiederbeschaffungswert bis maximal 30 Prozent übersteigen, kann der Geschädigte das ihm vertraute Fahrzeug instand setzen lassen, wenn er es anschließend mindestens sechs Monate noch selbst nutzt. Dann kann davon ausgegangen werden, dass der Halter sein Gefährt „liebt“. Nur dieses sogenannte „Integritätsinteresse“ rechtfertigt die Übernahme der Reparaturkosten über den Wiederbeschaffungswert hinaus, sofern das Fahrzeug sach- und fachgerecht repariert wurde. Ansprechpartner beim GdV: Katrin Rüter, Tel. 030/20 20-51 19; E-Mail: k.rueter@gdv.org

Frau am Steuer, das wird teuer!

Verursacht beispielsweise die Ehefrau mit dem Zweitwagen der Familie einen Unfall, bei dem der andere Wagen des Ehepaars beschädigt wird, zahlt die Kfz-Haftpflichtversicherung nicht – zumindest, wenn beide Fahrzeuge über den Ehemann versichert sind. Zwar ist der Versicherungsschutz einer Kfz-Haftpflichtversicherung sehr umfangreich. Eine Ersatzpflicht besteht jedoch nicht für Schäden, die durch eine mitversicherte Person verursacht werden. Denn der Versicherte ist in diesem Fall kein „geschädigter Dritter” – und eine Schadenersatzpflicht sich selbst gegenüber gibt es nicht. Den entstandenen Schaden kann aber die Vollkaskoversicherung absichern. Das hat kürzlich auch der Bundesgerichtshof in einem Urteil bestätigt (BGH, 05.06.2008 – IV ZR 313/06). Dabei ging es um einen Unfall, bei dem die Ehefrau mit ihrem Auto das Fahrzeug ihres Mannes beschädigt hatte. Beide betroffenen Fahrzeuge waren über den Ehemann versichert. Ansprechpartner beim GdV: Katrin Rüter, Tel. 030/20 20-51 19; E-Mail: k.rueter@gdv.org


Vergiftung – Unfallversicherung zahlt nur bei Kindern. Warum?

Bei Kindern schließt die private Unfallversicherung Gesundheitsschädigungen durch Vergiftungen in den Versicherungsschutz ein. Erleiden aber Ältere (ab zehn Jahren)  eine Vergiftung infolge einer Einnahme durch den Mund, sind Schädigungen aus dem Versicherungsumfang normalerweise ausgeschlossen. Denn eine Vergiftung ist kein Unfall im eigentlichen Sinne. Sie ist kein plötzliches, von außen einwirkendes Ereignis, zudem ist die Abgrenzung, ob sie unfreiwillig erfolgte, bei Erwachsenen nicht einfach. Ansprechpartner beim GdV: Katrin Rüter, Tel. 030/20 20-51 19; E-Mail: k.rueter@gdv.org

Abrechnung nach Gutachten – KFZ-Versicherer kürzt Leistungen. Darf der das?

Nach einem Crash kann der Geschädigte wählen: Lässt er sein Fahrzeug reparieren, hat er Anspruch auf Erstattung der Kosten, die ihm die Werkstatt in Rechnung gestellt hat. Bei der fiktiven Abrechnung hingegen rechnet der Geschädigte fiktive Schadenskosten ab, die er über einen Kostenvoranschlag oder ein Gutachten belegen muss. Und in diesem Fall kann der Versicherer des Unfallverursachers beispielsweise Lohnkosten zugrunde legen, die niedriger ausfallen als in dem Gutachten veranschlagt. Allerdings muss der Versicherer belegen, dass das Fahrzeug zum ermittelten niedrigeren Preis tatsächlich fachgerecht repariert werden kann. In diesem Fall sind Kürzungen der Schadenersatzforderungen denkbar. Ansprechpartner beim GdV: Katrin Rüter, Tel. 030/20 20-51 19; E-Mail: k.rueter@gdv.org


Warum zahlt die Haftpflichtversicherung nicht bei vorsätzlich verursachten Schäden?

Wer vorsätzlich jemanden schädigt oder verletzt, muss natürlich diesen Schaden in vollem Umfang ersetzen. Die Haftpflichtversicherung zahlt jedoch in diesem Falle nicht. Denn: Wer absichtlich jemanden verletzt oder gar tötet oder das Eigentum eines anderen zerstört, begeht eine Straftat. Hierfür Versicherungsschutz zu gewähren, wird als sittenwidrig angesehen. Der Versichertengemeinschaft ist nicht zuzumuten, bewusst herbeigeführte Schäden zu tragen und den Täter damit zu entlasten. Übrigens: Wer bei einem Verkehrsunfall zu Schaden kommt, den der Verursacher vorsätzlich herbeigeführt hat, geht dennoch nicht leer aus. Wer etwa bei einem Crash verletzt wird, den ein anderer zum Beispiel in eindeutig selbstmörderischer Absicht oder im Zuge einer Straftat verursacht hat, dem wird durch die Verkehrsopferhilfe, einen Entschädigungsfonds der deutschen Autoversicherer, geholfen (www.verkehrsopferhilfe.de). Ansprechpartner beim GdV: Katrin Rüter, Tel. 030/20 20-51 19; E-Mail: k.rueter@gdv.org

Warum gibt es in der Teilkaskoversicherung keinen Schadenfreiheitsrabatt?

Wer über längere Zeit keinen Unfall hat oder keinen Schaden verursacht, wird in der Kfz-Haftpflicht- und in der Vollkaskoversicherung mit einem Schadenfreiheitsrabatt belohnt. Nach und nach wird die zu zahlende Versicherungsprämie damit deutlich günstiger. Nur in der Teilkaskoversicherung gibt es keinen Schadenfreiheitsrabatt. Warum nicht? In der Haftpflicht- und Vollkaskoversicherung wird mit dem Schadenfreiheitsrabatt das offenbar geringe Schadenrisiko des versicherten Autohalters belohnt. Er verursacht über einen längeren Zeitraum keine Unfälle oder Schäden am eigenen Pkw. Wer über Jahre unfallfrei fährt, ist offensichtlich ein guter, umsichtiger und geschickter Fahrer. Die Teilkaskoversicherung deckt zum Beispiel Schäden durch Kurzschluss, Feuer, Hagel oder auch Diebstahl – diese sind durch das eigene Verhalten als Autofahrer kaum beeinflussbar. Deshalb gibt es auch keine „Belohnung“ durch einen Rabatt. Ansprechpartner beim GdV: Katrin Rüter, Tel. 030/20 20-51 19; E-Mail: k.rueter@gdv.org
P.S. Es gab jedoch in den 90er Jahren einen Versuch der Gothaer Versicherung. Nach wenigen Jahren wurde der Tarif jedoch wohl wegen der o.g. Gründe stil und heimlich eingestellt.


Wieso müssen nach einem Einbruch in eine Wohnung oder ein Haus sichtbare Spuren eines Einbruchs vorhanden sein?

In der Praxis muss stets nachgewiesen werden, dass tatsächlich ein Einbruchdiebstahl stattgefunden hat. Dazu müssen sichtbare Spuren eines gewaltsamen Eindringens vorhanden sein. Dies setzt eine nicht unerhebliche körperliche Kraftentfaltung voraus, durch die ein Zugangshindernis, also beispielsweise ein Tür- oder ein Fensterschloss, überwunden wurde. Sind hingegen gar keine Einbruchspuren vorhanden oder zu ermitteln, so kann dies bedeuten, dass beispielsweise die Wohnungstür nicht abgeschlossen war und der Dieb somit sehr leichtes Spiel hatte. Die einfache Wegnahme von Dingen ist hingegen nicht versichert. Im Sinne der Versicherungsbedingungen ist der Versicherte in einem solchen Fall seinen Pflichten nicht nachgekommen und der Versicherer muss nicht für den Schaden aufkommen. Grundlegend also gilt: Fenster überprüfen und Haustür am besten immer doppelt abschließen, bevor man die Wohnung verlässt. Ansprechpartner beim GdV: Katrin Rüter, Tel. 030/20 20-51 19; E-Mail: k.rueter@gdv.org

FLIP-FLOPS am Steuer und Unfall wird teuer? Mitnichten!

Sommer, Sonne und Sandalen: Seit die aufgepeppten Badelatschen wieder in Mode sind, hält sich das Gerücht: Passiert ein Unfall mit Flip-Flops an den Füßen des Fahrers, verweigere die Kfz-Versicherung die Leistung. Das ist falsch. Die Leistung der Kfz-Versicherung ist nicht abhängig vom Schuhwerk. Die Kfz-Haftpflichtversicherung des Unfallverursachers zahlt den Schaden des Unfallopfers natürlich immer – egal ob der Verursacher Flip-Flops, High Heels oder Knobelbecher trug. Die Vollkaskoversicherung für den Schaden am eigenen Fahrzeug kann unter Umständen dann die Leistung verweigern, wenn grobe Fahrlässigkeit Ursache des Schadens war. Grob fahrlässig ist, wenn ganz nahe liegende Überlegungen nicht angestellt werden und selbst das nicht beachtet wird, was jedem mit gesundem Menschenverstand klar sein müsste. Auch wenn im Einzelfall die Abgrenzung gegen einfache Fahrlässigkeit sehr schwierig sein kann: Allein das Tragen bestimmter Schuhe beim Autofahren bedeutet wohl kaum ein so schwerwiegendes Außer-Acht-Lassen der üblichen Sorgfalt. Ansprechpartner beim GdV: Katrin Rüter, Tel. 030/20 20-51 19; E-Mail: k.rueter@gdv.org


Warum zahlt die Rechtsschutzversicherung nicht bei Scheidung?

Bei Streitigkeiten mit den Nachbarn oder dem Arbeitgeber kann die Rechtsschutzversicherung helfen. Gerichts- und Rechtsanwaltskosten übernimmt in diesen Fällen der Versicherer. Autofahrern, die viel unterwegs sind, wird zum Beispiel der Verkehrs-Rechtsschutz empfohlen. Scheidungen jedoch und die damit verbundenen Kosten sind aber in aller Regel von den Leistungen der Rechtsschutzversicherung ausgeschlossen. Aus gutem Grund, denn die Zweisamkeit der Ehe birgt sehr hohe Risiken, die in Standard-Rechtsschutzversicherungen kaum aufzufangen sind. Eine einzige Zahl belegt das Dilemma: Fast vierzig Prozent der Ehen in Deutschland werden geschieden. Die Kosten für eine Scheidung sind hoch. Und es gibt viele „Wiederholungstäter“.Vorsichtige scheuen das Risiko einer Ehe ein Leben lang – mit oder ohne Versicherungsschutz. Ansprechpartner beim GdV: Katrin Rüter, Tel. 030/20 20-51 19; E-Mail: k.rueter@gdv.org

Kleine Rowdies – Keine Haftung?

Im Straßenverkehr können Kinder erst ab zehn Jahren zur Haftung herangezogen werden. Das geltende Schadenersatzrecht berücksichtigt mit dieser Altersgrenze die Tatsache, dass kleinere Kinder angesichts der Komplexität des Straßenverkehrs die jeweiligen Situationen und potenziellen Gefahren kaum beurteilen und erkennen können. Bei der Kollision mit einem parkenden Auto, beispielsweise beim Skaten auf dem Bürgersteig, ist diese Komplexität nicht gegeben. Denn diese Situation liegt außerhalb des bewegten Verkehrs und ist in der Regel ebenso einsichtig wie in anderen Lebensbereichen. Hier sind Kinder nur bis zum Alter von sieben Jahren schuldunfähig. Ist das Kind älter als sieben Jahre – oder, im bewegten Straßenverkehr, älter als zehn Jahre – entfällt die Haftung des Kindes nur dann, wenn im Schadenfall die erforderliche Einsicht fehlte (§ 828 BGB).Ob diese Einsichtsfähigkeit vorliegt oder nicht, kann nur nach den Umständen des Einzelfalles beurteilt werden. Ansprechpartner beim GdV: Katrin Rüter, Tel. 030/20 20-51 19; E-Mail: k.rueter@gdv.org

 


Warum sind zum Beispiel Überschwemmungs- oder Lawinenschäden nicht durch die Wohngebäudeversicherung abgedeckt?

Wer sein Haus durch eine Wohngebäudeversicherung absichert, ist gegen Schäden durch Blitz, Feuer, Sturm und Hagel geschützt. Weitere Risiken durch Naturgewalten müssen extra versichert werden. Diese Versicherung gegen sogenannte Elementarschäden umfasst beispielsweise Schäden durch Überschwemmungen, Erdrutsch, Lawinen, Schneedruck oder auch Erdbeben. Die Gefahr eines Schadens durch Elementarrisiken ist regional unterschiedlich hoch: So ist in vielen Gegenden fern der Flüsse und Küsten eine Überschwemmung fast ausgeschlossen. Auch Lawinen sind etwa in der Norddeutschen Tiefebene wohl eher die Ausnahme. In Flusstälern und im Hochgebirge kann das Risiko sehr hoch sein: Deshalb wird der Schutz der erweiterten Elementarschadenversicherung je nach Region differenziert als Zusatzschutz zur Wohngebäudeversicherung angeboten. Zudem bieten private Versicherer die erweiterte Elementarschadenversicherung erst seit der Liberalisierung des Versicherungsmarkts 1994 an.Vorher war die Versicherung dieser Risiken weitgehend den öffentlichen Monopolversicherern vorbehalten. Ansprechpartner beim GdV: Katrin Rüter, Tel. 030/20 20-51 19; E-Mail: k.rueter@gdv.org

Rechtsschutz beginnt nicht immer ab dem ersten Tag der Vertragsunterzeichnung.

Wie in anderen Versicherungen gibt es auch in der Rechtsschutzversicherung für manche Leistungsarten Wartezeiten zwischen Vertragsschluss und Beginn des Versicherungsschutzes. Die Wartezeit beträgt in der Regel drei Monate und soll verhindern, dass ein Versicherungsvertrag erst dann abgeschlossen wird, wenn sich eine rechtliche Auseinandersetzung konkret anbahnt. Beispiel: Zum 1. Februar schließt Mieter X eine Rechtsschutzversicherung mit Wohnungs- und Grundstücksrechtsschutz ab, weil sein Vermieter ihm angekündigt hat, den Mietvertrag in Kürze zu kündigen. Am 23. März erhält Mieter X tatsächlich die Wohnungskündigung. Gegen diese will er rechtlich vorgehen. Die Kündigung des Vermieters erfolgte jedoch innerhalb der dreimonatigen Wartezeit – Versicherungsschutz genießt X demnach erst ab dem 1.Mai. Die Wartezeit besteht auch bei Arbeits-, Steuer-, Sozialgerichts- und Verwaltungsrechtsschutz in Verkehrssachen. Ansprechpartner beim GdV: Katrin Rüter, Tel. 030/20 20-51 19; E-Mail: k.rueter@gdv.org


Bei einem Unfall eines betrunkenen Autofahrers zahlt die KFZ-Haftpflichtversicherung, die Kaskoversicherung nicht. Warum?

Wer alkoholisiert einen Unfall verursacht, kann nicht mit Leistungen der Kaskoversicherung rechnen. Betrunken zu fahren ist grob fahrlässig, und dies ist nach den Versicherungsbedingungen für die Kraftfahrtversicherung ein Grund, die Leistung zu verweigern. Während die Kaskoversicherung für den Schaden am Auto des Versicherten, also des Unfallverursachers, aufkommt, zahlt die Kfz-Haftpflichtversicherung für die Schäden, die anderen durch die Schuld des betrunkenen Fahrers entstanden sind. Die Haftpflichtversicherung kann sich hier nicht auf „grobe Fahrlässigkeit“ berufen. Die Trunkenheit eines Autofahrers ist in der Kfz-Haftpflichtversicherung kein Grund, dem Geschädigten einen Schadenersatz zu verweigern. Sonst wäre ja auch nicht der unverantwortliche Trinker, sondern der Geschädigte der Dumme, der leer ausgeht. Ansprechpartner beim GdV: Katrin Rüter, Tel. 030/20 20-51 19; E-Mail: k.rueter@gdv.org

Risikosportarten sind bei der Unfallversicherung ausgeschlossen? – Eben nicht!

Ob Bungeejumping, Rafting, Freeclimbing im Hochgebirge – bei Unfällen, die im Zuge moderner „Risikosportarten“ geschehen, zahle die private Unfallversicherung nicht – das glauben jedenfalls viele. Dies ist in zweifacher Hinsicht falsch. Erstens: Die Allgemeinen Bedingungen der Unfallversicherung, die der GDV seinen Mitgliedern empfiehlt, schließen Unfälle bei diesen Sportarten keineswegs aus. Zweitens: Die mit Abstand größte Zahl der Sportler verletzt sich nicht bei Risikosportarten wie etwa Bungeejumping, sondern bei Ballsportarten. Ganz oben auf der Liste: Fußball. Aber auch bei folgenschweren Unfällen der Hobbykicker zahlt die private Unfallversicherung. Für Fußball-Profis gibt es allerdings besondere, in der Deckung oft höhere Verträge zur Unfallversicherung. Ansprechpartner beim GdV: Katrin Rüter, Tel. 030/20 20-51 19; E-Mail: k.rueter@gdv.org


Eltern haften für ihre Kinder – Eben nicht!

„Eltern haften für ihre Kinder“ – jeder kennt die Mahnung, die in so manchem Hof und an vielen Baustellenzäunen zu lesen ist. Der Hinweis stimmt nicht ganz: Verursacht ein Kleinkind einen Schaden, müssen zwar gegebenenfalls die Eltern haften – aber nur für ihr eigenes Fehlverhalten. Also nur dann, wenn Sie nicht in erforderlichem Maße auf ihren Nachwuchs aufgepasst, wenn sie also ihre Aufsichtspflicht verletzt haben. Vom siebten Geburtstag an – im Straßenverkehr ab zehn Jahren – kann auch das Kind selbst als Schadenverursacher ersatzpflichtig werden. Aber: Das Schild „Betreten der Baustelle verboten. Eltern haften für ihre Kinder!“ entbindet den Bauherrn weder von der Verkehrssicherungspflicht noch von einer möglichen Schadenersatzverpflichtung. Ansprechpartner beim GdV: Katrin Rüter, Tel. 030/20 20-51 19; E-Mail: k.rueter@gdv.org