Leitungswasserschaden und Frostschaden und der risk-o-meter

Ein Leitungswasserschaden (ggf. Frostschaden) ist grundsätzlich das aus den Zu- und Ableitungsrohren der Wasserversorgung, den sonstigen mit dem Rohrsystem verbundenen Einrichtungen oder aus den Anlagen der Warmwasser- oder Dampfheizung bestimmungswidrig austretendes Wasser. Die Versicherungsbedingungen für Wohngebäude (VGB) , Hausrat (VHB) und gewerbliche Versicherungen (AWB) fordern i.d.R. die Einschränkung der vorstehenden Definition. Somit ist i.d.R. der Wasseraustritt aus provisorisch verlegten Anschlüssen nicht versichert. Bei leistungsstarken Versicherern sind auch Schäden aus / durch

  • Klima-, Wärmepumpen- oder Solarheizungsanlagen
  • Wasserbetten
  • Aquarien
  • Sprinkler- und Berieselungsanlagen
  • im Gebäude verlaufende Regenfallrohre
  • Regenwassernutzungsanlagen wie bspw. Zisternen

mitversichert.

Unser MaklerTipp: Bringen Sie vorsorglich einen Zettel an Ihrer Wasseruhr an, der folgende Daten enthält: Ansprechpartner und Telefonnummer des Versicherungsunternehmens Ansprechpartner und Telefonnummer des Installateurbetriebes Ansprechpartner und Telefonnummer der Hausverwaltung und des Eigentümers Testen Sie rechts den risk-o-meter, ob Ihr Hab und Gut ausreichend gegen die Gefahren durch Wasser geschützt ist.

 

Schaden Leitungswasser Risk-o-meter

Hinweise zu Durchnässungsschäden:

  • Wie bei allen Versicherungsschäden gibt es auch bei Durchnässungsschäden eine Schadensminderungspflicht. Somit sollten umgehend geeignete Erstmaßnahmen eingeleitet werden.
  • Wenn ein Wassereintrag in das Mauerwerk, Zwischendecken oder die Bodenkonstruktion nicht ausgeschlossen werden kann, sollte eine Feuchtigkeitsmessung durch ein Fachunternehmen veranlasst werden und ggf. eine maschinelle Trocknung vorgenommen werden.
  • Lose Tapeten sollten Sie umgehend entfernen, um die Trocknung der Wände zu beschleunigen.
  • Wischfeste, erhaltenswerte Tapeten mit Tüchern trocken tupfen.
  • Immer wieder oder durchgehend gut lüften.
  • Bei Bodenbelägen sollten Sie sofort das Wasser trocken wischen, aufnehmen, entfernen bzw. absaugen, sowie vor Beiz- oder Rostflecken schützen und Laufbereich mit Folie abdecken.
  • Bei Ihren Möbeln Holzkeile, Folie oder Styropor unterlegen.
  • Ihre Fußbodenheizungen abstellen.
  • Folienabdeckung bei herabtropfendem Wasser schützen und auf Belüftung von “unten” achten.
  • Netzstecker herausziehen und elektrische Stromzufuhr unterbrechen.
  • Werkzeuge, sonstige Metalle und Hölzer abwischen.
  • Wegen Rostgefahr ggf. vorhandene Metallknöpfe mit Kunststoff oder Alufolie umwickeln.
  • Feuchte und nasse Unterlagen, Pläne, Bücher und Zeitschriften aussortieren.

Leitungswasserschaden durch Frost

Ihre Wasserleitungsrohre sind in den seltensten Fällen sichtbar. Das macht einen Frostschaden so gefährlich. Jedoch werden viele Schäden durch richtige Vorbeugung vermieden, denn gefrierendes Wasser kann Wasserleitungsrohre und Wasseranlagen erheblich beschädigen. Spätestens, wenn kein Trinkwasser mehr aus Ihrer Wasserleitung kommt oder Ihre Heizkörper kalt bleiben, wird sicherlich bald ein Leitungswasserschaden sichtbar werden. Jedoch spätestens beim Tauwetter wird das aufgetaute Wasser aus den Wasserleitungen in die Wohnung oder Ihr Haus fließen.

Folgend die VdS Winter-Checkliste mit zehn Tipps zur Vermeidung von Leitungswasserschäden für die kalte Jahreszeit:

  1. Achten Sie darauf, dass unbeheizte Dachräume durch die unteren Geschosse ausreichend mitgeheizt werden.
  2. Bei modernen Heizungsanlagen ist die Wärmedämmung wesentlich verbessert worden. Die Geräte und Rohre strahlen häufig nicht mehr genug Wärme ab, um beispielsweise den Heizraum frostfrei zu halten. Wenn das Thermometer hier weniger als vier Grad anzeigt – die Temperatur, bei der Wasser die größte Dichte hat und bei deren Über- oder Unterschreitung es sich wieder ausdehnt – sollten Sie die anderen Rohre zusätzlich dämmen.
  3. Frostgefährdete Rohre in Außenbereich, Außenwänden, unbeheiztem Keller, Garage usw. sollten Sie während der Frostperiode stilllegen und entleeren. Alternativ kann auch eine Rohrbegleitheizung installiert werden.
  4. Rohre in Außenwänden werden bei der Heizkörpereinstellung * (Stern) unter Umständen nicht ausreichend mitbeheizt. Erhöhen Sie bei längeren Frostperioden diese Einstellung.
  5. Die Zuleitung zu Außenwasserhähnen muss abgesperrt und unbedingt auch entleert werden.
  6. Falls ein Gebäude länger leer steht, sollten Sie die Heizung regelmäßig auf Funktion überprüfen. Mindestens alle zwei bis drei Tage, bei Temperaturen unter -10 °C sogar täglich. Eine gute Alternative ist die Aufschaltung von Temperatursensoren auf Ihre VdS Home-Alarmanlage.
  7. Denken Sie auch an Geräte im Garten, die mit Wasser befüllt sind. Dazu zählen Zisternen, Regentonnen, Gartenschläuche, Teichpumpen u.ä. Diese sollten ebenfalls entleert oder im Warmen gelagert werden.
  8. Zum Schutz der darin befindlichen Lebewesen sollten Sie Maßnahmen ergreifen, damit Ihr Gartenteich nicht vollständig zufriert. Die einfachste Möglichkeit ist das regelmäßige Entfernen von Eis, auch ein Styroporschutz erfüllt seinen Zweck.
  9. Wenn Sie eine Solarheizung betreiben, lassen Sie den darin befindlichen Frostschutz regelmäßig überprüfen.
  10. Bei unbeheizten Gebäuden oder Gebäudeteilen sollten Sie die Leitungsanlagen vollständig entleeren. Achten Sie bei der Wiederinbetriebnahme wegen möglicher Hygieneprobleme darauf, dass die Rohre zunächst vollständig durchgespült werden.

Quellen gdv und vds