Krankentagegeldversicherung und Krankengeld

Eine Grippe, ein komplizierter Beinbruch, Skiunfall o.ä. bedingen, dass Sie Ihrer Arbeit nicht mehr nachgehen können und ggf. zuhause oder in einem Krankenhaus genesen. Als pflichtversicherter Arbeitnehmer (§5 Abs.1 SGB) erhalten Sie 6 Wochen (gesetzliche) Lohnfortzahlung und danach entweder Krankengeld oder Krankentagegeld. Als Selbstständiger müssen Sie selbst für eine Absicherung sorgen. Verständlicherweise gibt es für kostenfrei mitversicherte Ehegatten und Kinder in der gesetzlichen Familienversicherung kein Krankengeld. Folgend erfahren Sie die Definitionen von Krankengeld der gesetzlichen Krankenversicherung (folgend GKV genannt) und einer Krankentagegeldversicherung.

Unterschied Krankentagegeldversicherung zu Tagegeld der GKV

Das Krankengeld ist eine Lohnersatzleistung und wird von der gesetzlichen Krankenkasse (GKV) gezahlt. Das Krankentagegeld wird von einer privaten Krankenversicherung (ggf. auch Unfallversicherung als Unfallkrankentagegeld) gezahlt. Mitglieder der GKV können das Krankengeld erhalten, jedoch auch für die entstehende Lücke zum Nettoeinkommen ergänzend eine Krankentagegeldversicherung abschließen.

Warum zum Krankengeld noch ein Krankentagegeld abschließen?

Gesetzlich krankenversicherte Arbeitnehmer

Der Krankengeldanspruch des Arbeitnehmers beträgt 70 Prozent des Bruttoentgelts, jedoch maximal 90 Prozent des Nettoentgelts. Begrenzt wird die Höhe des Krankengeldes allerdings nur bis zur Höhe der Beitragsbemessungsgrenze. Davon müssen Sie grundsätzlich Beiträge zur gesetzlichen Renten-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung bezahlen, also werden gleich einbehalten. PimalDaumen beträgt somit Ihr Krankengeld 78% vom Nettoeinkommen.

Im Falle der Arbeitsunfähigkeit wegen derselben Krankheit wird Krankengeld längstens für 78 Wochen (innerhalb drei Jahre) ab Beginn der Arbeitsunfähigkeit von der GKV gezahlt. Nach den 3 Jahren beginnt die Frist erneut. Nach den 78 Wochen bei „gleichbleibender Erkrankung“ steuert die GKV aus, sogenannte „Aussteuerung“. 3-4 Monate vor der Aussteuerung sollten Sie Kontakt zu Rentenversicherung Bund suchen, da ggf. dann die Erwerbsminderungsrente oder Berufsunfähigkeitsrente (Geburt vor 1.1.1961) beantragt werden sollte. Gleiches gilt natürlich für Ihre private Berufsunfähigkeitsversicherung. Üblicherweise weist die GKV jedoch auf eine geplante Aussteuerung hin.

Unser Maklertipp: Aufgrund der genannten zwei Begrenzung ist eine ergänzende Krankentagegeldversicherung bei einem privatem Krankenversicherer empfehlenswert.

MUSTERBERECHNUNG

Gesetzlich krankenversicherte Selbstständige und Freiberufler

Als Selbstständiger oder Freiberufler sind Sie in der GKV freiwillig versichert. Haben Sie den ermäßigter Beitrag gewählt, dann haben Sie i.d.Regel kein Anspruch auf Krankengeld. Das ist der Regelfall. Zahlen Sie den regulärer Beitrag, können Sie ab 43. Tag der Arbeitsunfähigkeit ein Krankengeld dazu wählen. Beim sogenannten Wahltarif können Sie individuell auch vor der 7.Woche das Krankengeld mit vereinbaren.

Im Falle der Arbeitsunfähigkeit wegen derselben Krankheit wird Krankengeld längstens für 78 Wochen (innerhalb drei Jahre) ab Beginn der Arbeitsunfähigkeit von der GKV gezahlt. Nach den 3 Jahren beginnt die Frist erneut. Nach den 78 Wochen bei „gleichbleibender Erkrankung“ steuert die GKV aus, sogenannte „Aussteuerung“. 3-4 Monate vor der Aussteuerung sollten Sie Kontakt zu Rentenversicherung Bund suchen, da ggf. dann die Erwerbsminderungsrente oder Berufsunfähigkeitsrente (Geburt vor 1.1.1961) beantragt werden sollte. Gleiches gilt natürlich für Ihre private Berufsunfähigkeitsversicherung.

Privatversicherte Arbeitnehmer

Als privatversicherter Arbeitnehmer bekommen Sie nach der Lohnfortzahlung kein Krankengeld und benötigen daher zwingend ein ausreichendes Krankentagegeld. Die max. Höhe des zu beantragenden Krankengeldes ist das Nettoeinkommen, die Beiträge zur Sozialversicherung (AV, RV) und Ihr Beitrag zur privaten Krankenversicherung inkl. des Arbeitgeberanteils. Das Krankentagegeld wird in der privaten Krankenversicherung wird bis zu Wiederherstellung der Arbeitsfähigkeit bezahlt, also im schlimmsten anzunehmenden Fall unbegrenzt. Jedoch gilt, Arbeitsunfähig ist, wer aufgrund einer Erkrankung vorübergehend nicht arbeiten kann. Vereinfacht, wer dauerhaft nicht mehr arbeiten kann, ist berufs- oder erwerbsunfähig und das private Krankentagegeld stoppt i.d. Regel 3 Monate (Ausnahmen 6 Monate) später. Denn der BGH hat schon 1992 definiert, dass Arbeitsunfähigkeit und Berufsunfähigkeit unterschiedliche Arten einer gesundheitlich bedingten Beeinträchtigung sind und sich einander ausschließen (Ausnahmen bestätigen die Regel).

Privatversicherte Selbstständige

Versichert ist nur der also nicht weitere evtl. auftretende Betriebskosten wie Löhne und Gehälter oder … Diese kosten können Sie über eine Praxisausfallversicherung oder Betriebsausfallversicherung a Üblicherweise wurde bei Abschluss Ihrer PKV bereits ein Krankentagegeld mitversichert. Möglich ist je nach Gesellschaft ein Tagegeldanspruchn ab 1. Tag, nach 1., 2., 3., 4., 6. oder ggf. auch 12. Woche. Es sollte regelmäßig geprüft werden, ob die Höhe und die gewählten Karenzzeiten den tatsächlichen Gegebenheiten noch entsprechen. Ist es zu hoch, kann im Krankheitsfall der Versicherer ggf. kürzen, ist es zu niedrig, können Sie vielleicht im krankheitsfall nicht mehr all Ihren Verpfliochtungen nachkommen.

Arbeitsunfähigkeit im Sinne dieser Bedingungen liegt vor, wenn die versicherte Person ihre berufliche Tätigkeit nach medizinischem Befund vorübergehend in keiner Weise ausüben kann, sie auch nicht ausübt und keiner anderweitigen Erwerbstätigkeit nachgeht.

Wie unterscheiden sich die besonderen Leistungen der Krankentagegeldversicherungen?

Kündigungsverzicht, Definition zur Ermittlung max. Höhe Krankentagegeldanspruch

 

 

An den oben genannten Punkten konnten Sie leicht erkennen, dass die private Krankentagegeldversicherungs und die Absicherung gegen Berufsunfähigkeit eng miteinander abgestimmt werden müssen, damit es nicht im schlimmsten Fall der Fälle zu einer Leistungsaussetzung kommt. Gerade bei gutverdienenden Angestellten ergeben sich hier schnell eklatante Lücken in der Absicherung. Bei Selbstständigen und Freiberuflern sollte genau auf die Beitragseinstufung in der GKV geachtet werden. Für welches Einkommen werden dort Beiträge entrichtet? Nur hierfür entsteht auch ein Krankengeldanspruch

Wichtige Urteile BGH, 22.01.1992, VersR 1992, 477 LG Koblenz 10
U
230/07
 16
O
349/05
 LG Köln 23O308/07