Direktzusage – Pensionszusage

Die Pensionszusage (oder auch Direktzusage genannt) ist eine der fünf Durchführungswege der BAV und sichert dem Arbeitnehmer (im Folgendem Versorgungsempfänger genannt) durch den Arbeitgeber vertraglich eine Leistung im Ruhestand zu. Erweitert werden können Pensionszusagen und Direktzusagen durch sogenannte biometrische Risiken wie Berufsunfähigkeitsabsicherung oder Hinterbliebenenschutz. Im Gegensatz zu den anderen vier Durchführungswegen erbringt der Arbeitgeber die Rentenleistungen der BAV selbst. Die Direktzusage ist gerade bei Führungskräften und Geschäftsführern eine weitverbreitete Form der BAV. Denn sie ist gerade bei einer gewünschten hohen Altersversorgung für Sie als Gesellschafter-Geschäftsführer oder Vorstand die sicherlich steuerlich effektivste und flexibelste Form.

Die für die Rentenzahlung zu erbringenden Gelder werden i.d.R. vom Arbeitgeber allein aufgebracht und bleiben bis zur Rente im Unternehmen und können somit frei verwendet werden. Es sind jedoch auch Zahlungen durch den Versorgungsempfänger möglich (Bruttogehaltsumwandlung). In der Ansparphase oder Anwartschaftsphase des Versorgungsempfänger bildet das Unternehmen gemäß EStG §6a und HGB §249 i.d.R. jährlich steuerlich abzugsfähige Pensionsrückstellungen. Somit wird in dieser Phase die Steuerlast gesenkt und es bleibt weitere Liquidität im Unternehmen (Innenfinanzierung). Um die zugesagte Leistung später an den Versorgungsempfänger auch erbringen zu können, sollte das Unternehmen entsprechendes Vermögen aufbauen. Es ist somit möglich, diese Leistungen (teilweise) mit einer Rückdeckung zu versehen. Dies ist in Form einer Lebens- oder Rentenversicherung möglich, eher selten auch mit Immobilien, Schiffsbeteiligungen o.ä. Sachanlagen.

In der Rentenphase oder Auszahlungsphase sind die Leistungen als Versorgungsbezüge aus „Einkünfte aus nicht selbstständiger Arbeit“ vom Versorgungsempfänger zu besteuern.

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Sicherheit der Pensionszusage oder Direktzusage bei Insolvenz

 

Direktzusagen müssen über den Pensionssicherungsverein gegen Insolvenz des Arbeitgebers abgesichert werden. Der Versorgungsempfänger muss sich daher um die Sicherheit seiner Betriebsrente keine Sorgen machen. Bei einer Insolvenz des Arbeitgebers erhält der Versorgungsempfänger die vereinbarten Leistungen vom PSVaG. Der Arbeitgeber muss daher regelmäßig in den PSVaG einzahlen. Personen, die dem PSVaG nicht angehören können, müssen sich die Ansprüche verpfänden lassen. Seit Januar 2010 muss jedoch das verpfändete Rückdeckungskapital mit den Rückstellungen saldiert werden. Damit entfällt die Bilanzberührung und das Rating des Unternehmens verbessert sich.

Die Pensionszusage oder Direktzusage bietet Ihnen als Unternehmen folgende Vorteile:

  • Schöpfung von Liquidität durch Rückstellungsbildung
  • Höchste Steuereffekte unter allen Durchführungswegen der BAV
  • Flexibilität im Vermögensaufbau bei freier Kapitalanlageauswahl
  • Möglichkeit des Erhalts des Vermögens in der Rentenphase
  • Kapitalabfindung möglich

 

Fazit:
Bei der Pensionszusage oder Direktzusage vereinbaren Arbeitgeber und Versorgungsempfänger bestimmte Leistungen, die später an den Mitarbeiter oder dessen Hinterbliebene ausgezahlt werden. Die Rentenphase belastet jedoch die Liquidität und ist als Betriebsrente schwer zu kalkulieren. Änderungen während der Ansparphase oder Anwartschaftsphase sind oft mit steuerlichen Nachteilen verbunden. Für Gesellschafter-Geschäftsführer und Vorstände sind Besonderheiten und Fallstricke des Insolvenzrecht (bspw. §80 Abs.1 InsO) laufend zu beobachten und zu beachten.

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