Direktversicherung

Die Direktversicherung ist wohl das einfachste Modell der fünf Wege der betrieblichen Altersversorgung. Die Direktversicherung wird entweder als Rentenversicherung oder als Lebensversicherung abgeschlossen. Diese können auch über eine fondsgebundene Versicherung abgeschlossen werden. Sie als Arbeitgeber sind Versicherungsnehmer und Ihr Arbeitnehmers ist die versicherte Person. Bezugsberechtigt für die Leistung sind der Arbeitnehmer und/oder dessen Hinterbliebene. Bei arbeitgeberfinanzierten Beiträgen kann eine Karenzzeit vereinbart werden, ab welchem Zeitpunkt innerhalb von 5 Jahren der Arbeitnehmer bezugsberechtigt wird.

Die Direktversicherung ist nicht zu verwechseln mit dem Direktversicherer. Dieser ist die Bezeichnung für einen Versicherer, der Versicherungsverträge i.d.Regel direkt ohne eigenen Außendienst mit dem Verbraucher abschließt.

Welche Unterscheidung gibt es bei der Direktversicherung?

Bei der arbeitnehmerfinanzierten Direktversicherung werden Teile des Bruttogehaltes Ihres Arbeitnehmers in die Direktversicherung umgewandelt. Also ein Teil des Gehalts wird nicht an Ihren Arbeitnehmer überwiesen, sondern direkt in Beiträge für die Direktversicherung umgewandelt. Da die Beiträge direkt vom Bruttogehalt „einbehalten“ werden, bezahlt Ihr Arbeitnehmer in der Ansparphase keine Steuern. In der Ansparphase ist die Sparleistung unterhalb der Beitragsbemessungsgrenze von Sozialversicherungsbeiträgen für Arbeitnehmer und Arbeitgeber befreit.

Bei der arbeitgeberfinanzierten Direktversicherung beteiligen Sie sich als Arbeitgeber freiwillig an seiner betrieblichen Altersvorsorge. Neben der Freiwilligkeit kann auch in Tarifverträgen Arbeitgeberzuschüsse zur betrieblichen Altersvorsorge vereinbart sein.

Welche Voraussetzungen gelten für, Sozialversicherungsbefreiung, Steuerfreiheit bzw. Betriebsausgabenabzug?

Sozialversicherungsbefreit sind 4% der BBG sowie zusätzlich 1.800 EUR.

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Wie hoch ist der max. Sparbeitrag?

Die Beiträge zur Direktversicherung sind bis zu 4% der Beitragsbemessungsgrenze West (BBG) zuzüglich max. 1.800 Euro steuerfrei und sozialabgabenfrei. Das Bundeskabinett hat am 8. August 2007 die Fortsetzung der so genannten Entgeltumwandlung beschlossen. Arbeitnehmer brauchen während der Anwartschaft (Ansparphase) keine Sozialabgaben auf ihre Beiträge zur Direktversicherung zu netrichten. Diese Einzahlungen können somit weiterhin für Arbeitgeber und Arbeitnehmer sozialabgabenfrei geleistet werden.

Beitragspflicht zur gesetzlichen Krankenversicherung auf Auszahlungssumme

Der gesetzlich versicherte Arbeitnehmer hat in der Bezugsphase oder Auszahlphase auf die Auszahlungen aus seiner Direktversicherung Beiträge für die gesetzliche Krankenversicherung entrichten. Diese Verpflichtung ist nach dem Gesundheitsmodernisierungsgesetz (GMG) 2004 beschlossen worden und gilt auch für alle Direktversicherungen, die vorher abgeschlossen wurden. Bei Auszahlung einer Direktversicherung wird die Gesamtsumme hinsichtlich der Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge auf einen Zehn-Jahres-Zeitraum umgelegt. Das Bundesverfassungsgericht hat jedoch in seinem Urteil vom 28.09.2010 (1 BvR 1660/08) entschieden, dass die Beitragspflicht bei zwischenzeitlicher privater Fortführung durch den Arbeitnehmer einer Direktversicherung Verfassungswidrig ist. Daher gilt folgende Einschränkung: Eine Abgrenzung der beitragspflichtigen Leistungen nach dem Versicherungstyp (Direktversicherung BetrAVG § 1 Abs.2) und „privat oder allein fortgeführte“ Lebens- oder Rentenversicherung ist grundsätzlich ein geeignetes Kriterium, um beitragspflichtige Versorgungsbezüge und beitragsfreie private Lebens- oder Rentenversicherungen voneinander abzugrenzen. Somit ist eine Beitragserhebung der GRV nur anteilig auf den betrieblich angesparten Anteil zulässig.

  • Im Rahmen dieser Entgeltumwandlung können bis zu 2.640 Euro im Jahr 2011 für die Direktversicherung steuerfrei eingezahlt werden. Pro Jahr können bis zu zu vier Prozent der Beitragsbemessungsgrenze der gesetzlichen Rentenversicherung steuerfrei (2011: 2.640 Euro) auf diese Weise für den Aufbau einer betrieblichen Zusatzrente eingesetzt werden.
  • Der Arbeitnehmer erhält am Ende der Laufzeit – frühestens aber mit dem 60. Lebensjahr – die Direktversicherung ausgezahlt. Bezugsberechtigte für die Versorgungsleistungen sind der Arbeitnehmer oder seine Hinterbliebenen. Der Bezugsberechtigte hat einen direkten Anspruch gegenüber dem Versichererungsunternehmen.
  • Die Fälligkeit darf nicht vor dem 60. Lebensjahr (für Neuverträge ab 2012 dem vollendeten 62. Lebensjahr) eintreten.
  • Eine Direktversicherung kann nur für die ausgeübte Haupttätigkeit (nur im Rahmen des ersten Dienstverhältnisses) vereinbart werden. Sie kann mithin nicht in einem Nebenjob abgeschlossen werden.
  • Die Direktversicherung wird nicht auf das Arbeitslosengeld II (Hartz IV) angerechnet.
  • Bei Beendigung des Arbeitsverhältnisses wird der Vorsorgevertrag auf den Arbeitnehmer übertragen.
  • Die Direktversicherung kann mit eigenen Mitteln finanziert, beitragsfrei gestellt oder vom neuen Arbeitgeber fortgeführt werden. Wer sich selbstständig macht, kann mithin den Versicherungsvertrag fortführen oder beitragsfrei stellen. Bei privater Fortführung ist der Arbeitnehmer als Versicherungsnehmer in den Versicherungsvertrag aufzunehmen, um so ggf. der anteiligen Beitragspflicht zu entgehen.

Der Arbeitnehmer hat folgende Vorteile bei der Direktversicherung:

  • Der Vorsorgevertrag ist zumindest hinsichtlich des Garantiezinses sicher. Der Garantiezins beträgt im Jahr 2011 noch 2,25 Prozent. Eine Senkung des Garantiezinssatzes ist aber für die Zukunft zu erwarten. Steuervorteile und zusätzliche Ersparnisse bei den Sozialabgaben machen die Direktversicherung zu einer attraktiven Anlageform.
  • Der Anspruch ist unverfallbar und bleibt auch bei einem vorzeitigen Ausscheiden erhalten. Der Versicherungsvertrag kann auf einen neuen Arbeitgeber übertragen oder privat fortgesetzt werden. Der Altersvorsorgevertrag kann auch beitragsfrei gestellt werden. Wegen des Stopps der Zahlungen fällt die zukünftige Betriebsrente natürlich entsprechend geringer aus.
  • Zu Beginn der Rentenlaufzeit ist auch eine Teilkapitalauszahlung bis maximal 30% des angesparten Kapitals, mit entsprechender Restverrentung, möglich.
  • Nach dem Alterseinkünftegesetz werden die Auszahlungen aus dem Vorsorgevertrag – bei Abschluss der Versicherung nach dem 1. Januar 2005 – nachgelagert besteuert, d.h. die Besteuerung erfolgt bei Erhalt der Zahlungen im Rentenalter. Da im Rentenalter der Steuersatz voraussichtlich niedrigerer sein wird als während der ausgeübten Berufstätigkeit ist im allgemeinen mit einem weiteren Steuervorteil zu rechnen.

Der Arbeitgeber hat folgende Vorteile bei der Direktversicherung:

  • Einsparung von Lohnnebenkosten.
  • Keine Rückstellung: Da der Arbeitnhmer keine direkten Ansprüche an den Arbeitgeber hat, ist auch keine Rückstellung der Versorgungsansprüche zu bilanzieren.
  • Keine Ansprüche an den Arbeitgeber: Bei Ausscheiden des Mitarbeiters kann die unverfallbare Versorgung ohne weitere Ansprüche gegen das Unternehmen auf den Mitarbeiter oder den nachfolgenden Arbeitgeber übertragen werden.
  • Kaum Verwaltungsaufwand: Die einfache und unkomplizierte Abwicklung stellt sicher, dass kein besonderer administrativer Aufwand zu betreiben ist.

Direktversicherung und Einkommensteuer: Die Auszahlung dieser Verträge erfolgt ab dem 60. Lebensjahr steuerfrei, sofern der Vertrag zwölf Jahre bestanden hat und mindestens fünf Jahre lang eingezahlt wurde. Achtung: Die Pauschalbesteuerung gilt nur für Verträge, die vor dem 31. Dezember 2004 geschlossen wurden.

  • Mit dem Alterseinkünftegesetz (AltEinkG) gilt seit Januar 2005 – bei Abschluss der Versicherung nach dem 1. Januar 2005 – auch bei der Direktversicherung das Prinzip der nachgelagerten Besteuerung. Bei Versorgungszusagen, die ab 2005 gewährt werden, gilt das Alterseinkünftegesetz (AltEinkG): Die Beiträge für die Direktversicherung sind steuerfrei, die Leistungen sind bei Erhalt zu versteuern.
  • Vor dem Jahr 2005 zahlte der Arbeitnehmer für in Direktversicherungsbeiträge umgewandelte Sonderzahlungen nur eine 20-prozentige Pauschalsteuer (plus Solidaritätszuschlag). Die Leistungen im Alter werden bei diesen „Altverträgen“ steuerbegünstigt ausgezahlt.
  • Im Rahmen der Entgeltumwandlung kann im Jahr 2011 ein Betrag bis zu 2.640 Euro für die Direktversicherung steuerfrei eingezahlt werden. Dieser Betrag ist außerdem von Sozialabgaben befreit.
  • Weiterhin kann ein Betrag von 1.800 Euro steuerbegünstigt in die Direktversicherung eingezahlt werden, sofern kein Altvertrag einer Direktversicherung mit Pauschalbesteuerung nach §40b des Einkommensteuergesetzes (EStG) besteht oder dieser beitragsfrei gestellt wurde. Auf diesen zusätzlichen Betrag sind allerdings Sozialabgaben zu entrichten.

Auszahlung bei Eintritt ins Rentenalter / Hinterbliebenenschutz Das angesparte Kapital wird beim Eintritt ins Rentenalter in From einer lebenslangen monatlichen Rente gezahlt. Diese Betriebsrente ist in vollem Umfang zu versteuern und fließt auch in die Bemessungsgrundlage für die Beitragszahlungen zur gesetzlichen Krankenversicherung ein. Das angesparte Kapital kann auch auf einen Schlag ausgezahlt werden. Nachteil: Sofortige Versteuerung der Auszahlung. Die Hinterbliebenen erhalten nach dem Tod des Begünstigten die Leistungen aus der Betriebsrente bis zum Ende der vereinbarten Rentengarantiezeit. Fazit: Die Direktversicherung ist wegen der Förderung durch den Staat im Grundsatz attraktiv. Eine Förderung gibt es aber nur noch, wenn es sich um eine Leibrentenversicherung handelt. Nachteilig ist hingegen für Mitglieder in der gesetzlichen Krankenkasse die generelle Pflicht zur Zahlung der Sozialabgaben auf die Auszahlungssumme einer Direktversicherung. Die staatlich geförderten Beiträge zur Betriebsrente sind „Hartz IV sicher“. Sie können auch nicht gepfändet werden.

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