Bürgschaftsversicherung

Gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten kann der Spielraum für Bankkredite immer geringer werden. Denn die Forderung nach Sicherheitseinbehalten kann sich bei Ihrem Unternehmen auf die Auftragsfinanzierung und Liquidität auswirken. Hier kann sich ggf. eine Bürgschaftsversicherung für Sie anbieten und den bestehenden Kreditrahmen bei Ihrer Hausbank ergänzen. Denn eine Bürgschaftsversicherung bringt Ihnen nicht nur Sicherheit, sondern auch Liquidität. Manche Unternehmen, hier denken wir hauptsächlich an Bauhauptgewerbe, Baunebengewerbe, den Maschinenbau und Anlagenbau, benötigen sowieso einen Bürgschaftsrahmen, um die branchenüblichen Vertragsbedingungen zu erfüllen. 

Bürgschafstversicherung Kautionsversicherung
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Die Bürgschaftsversicherung werden üblicherweise wie Folgt unterschieden:

a) Gewährleistungsbürgschaften

Eine Gewährleistungsbürgschaft werden Sie i.d.R. dann geben wollen, wenn Sie so sofort den Sicherheitseinbehalt erhalten, den Ihnen Ihr Auftraggeber für den Zeitraum der Gewährleistung einbehalten hat. Bspw. kann ein Bauherr nach VOB /B §17 von der Bausumme 5% bis zu 5 Jahre einbehalten. Unabhängig dem Risiko, dass Ihr Auftraggeber auch insolvent werden kann, müssen Sie möglicherweise die aufgelaufenen Summen über Bankkredite teuer fremdfinanzieren.

b) Rückbaubürgschaften

Nach Ablauf einer prognostizierte Lebensdauer einer Anlage auf einem fremden Grundstück ist es üblich, dass gemäß Baugesetzbuch auch die Verpflichtung beinhaltet ist, die erstellten Anlagen nach Betriebsende vollständig zurückzubauen und den genutzten Standort wieder in den ursprünglichen Zustand zurück versetzen. Dafür benötigen Sie als Betreiber entweder eine Sicherheitsleistung oder übergeben eine sogenannte Rückbaubürgschaft gegenüber dem Grundstückseigentümer. Denn der Grundstückseigentümer will nach endgültiger Stilllegung keine Maschinen- oder Bauruinen auf seinem Grundstück vorfinden.

c) Vertragserfüllungsbürgschaften

Bei der Vertragserfüllungsbürgschaft steht der Kreditversicherer dafür ein, dass Sie als Auftragnehmer alle vertraglichen Pflichten erfüllen können, selbst wenn es zu dem undenkbaren Fall der Insolvenz kommen sollte. Jedoch wird i.d.R. nicht das gesamte Auftragsvolumen erfasst, sondern nur ein zu vereinbarender Anteil von bis zu ca. 25%. Die Vertragserfüllungsbürgschaft kann im Rahmen der Gewährleistungsbürgschaft beim Versicherer eingebunden werden.

d) Vorauszahlungsbürgschaften oder Anzahlungsbürgschaften

Im Maschinenbau sind Anzahlungsbürgschaften üblich. Hintergrund ist, das ein Auftragnehmer von seinem Auftraggeber verlangt, je nach Fertigstellungsgrad der Maschine eine Anzahlung zu leisten. So kann sich der Auftragnehmer gegen eine mögliche Insolvenz des Auftraggebers (teilweise) absichern. Auch Handwerksbetriebe sollten bei größeren Aufträgen bei Auftragsannahme auf eine Anzahlungsbürgschaft bestehen. Denn der Ausfall eines Auftrages kann Sie den ganzen Jahresgewinn kosten. Für den Auftraggeber steht bei Vorauszahlung jedoch noch keine erbrachte Arbeits- oder Produktionsleistung gegenüber. Daher besteht Bedarf, diese Anzahlung abzusichern.
Grundlagen der Bürgschaft sind bspw. BGB §765 oder BGB §648a. Die Aufgabe des Bürgschaftsversicherers ist es nun, Ihnen einen flexiblen Bürgschaftsrahmen zu geben. Dieser kann nur EUR 10.000 betragen oder auch eine Million Euro. So können Sie ggf. von Sicherheitseinbehalten profitieren oder einfach nur Ihren Kreditrahmen entlasten. Wichtig für Sie ist, es erfolgt keine Anrechnung auf die Kreditlinie bei der Bank!

 

Einschlüsse werden in der Regel in den AVB / BBR mit Teilversicherungssummen, versicherungstechnisch sogenannten Sublimits, dokumentiert. Ob Sie oder Ihr Unternehmen einzelne Gefahren selbst tragen können und welche Gefahren durch den Versicherer zu tragen sind, gilt es zu prüfen und zu analysieren.

Billig muss für Sie als Unternehmer / Unternehmen nicht immer günstig sein. Eine hohe Prämie ist nicht automatisch gut. Es gilt das richtige Produkt zu finden. Im sogenannten „Kleingedruckten“ finden sich oft juristische Ausführungen, die speziell für die Tätigkeit Ihres Unternehmens ungeeignet oder unzureichend sein können. Der Versicherungsnehmer kann oft erst im Schadenfall erkennen, ob er das richtige Produkt gewählt hat.

Beachten Sie bitte, dass die auf diesen Internetseiten zur Verfügung gestellten Informationen und Produkt-Vorschläge eine persönliche Beratung nicht ersetzen können. Versicherer nutzen unterschiedliche Bedingungswerke (sogenanntes wording) und können daher von den o.g. Ausführungen abweichen. Auch kann es sein, dass seit der Artikelveröffentlichung Änderungen (z.B. aufgrund der Rechtsprechung oder im Gesetzgebungsverfahren) eingetreten sind, die in diesen Artikeln enthaltenen Darstellungen nicht berücksichtigt wurden. Insbesondere bei älteren Artikeln könnte es sein, dass deren Inhalte nicht mehr vollständig zutreffend sind. Die Komplexität und der ständige Wandel der behandelten Materie machen es jedoch erforderlich, Haftung und Gewähr auszuschließen.

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