Betriebsschließungsversicherung und Seuchenschließungsversicherung

Trotz aller Sauberkeit – Die Katastrophe „Seuche“ (IfSG) im Keim ersticken

Die Betriebsschließungsversicherung oder Seuchenschließungsversicherung bietet Ihrem Betrieb, sofern Lebensmittel bearbeitetet oder verarbeitet werden, wie bspw. in Metzgereien, Bäckereien, Gaststätten, Hotels oder Markthallen, Versicherungsschutz aufgrund definierter übertragbarer Krankheiten und Krankheitserreger des IfSG während der vereinbarten Haftzeit. Der Handel und die Herstellung von Lebens- und Genussmitteln sowie auch Praxen und Betriebe des Gesundheitswesens wie Ärzte, Apotheken und Kliniken können sich also gegen das Risiko von Seuche und der daraus folgenden Betriebsschließung absichern. Es ist jedoch zu beachten, dass nicht alle Infektionen wie bspw. BSE oder MKS Infektionskrankheiten gemäß IfSG sind und somit nicht unter den Versicherungsschutz fallen. Die aktuelle Liste der meldepflichtigen Krankheiten finden Sie unter §6 IfSG. Bei diesen meldepflichtigen Krankheiten droht Ihnen die sofortige Schließung Ihres Betriebes.

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Definition Betriebsschließungsversicherung oder Seuchenschließungsversicherung

Die Betriebsschließungsversicherung oder Seuchenschließungsversicherung ist eine Sondersparte der Betriebsunterbrechungsversicherung. Der Versicherer leistet, sofern Ihr Gebäude oder Ihre Sachen innerhalb der versicherten Betriebsstätte mit einem Krankheitserreger gemäß IfSG behaftet sind oder eine Ihrer beschäftigten Personen die Tätigkeit infolge einer Infektion oder als Ausscheider von Krankheitserregern im Sinne des IfSG nicht ausüben darf.

Dauer der Haftzeit der Betriebsschließungsversicherung

Der Versicherer leistet für

  • den Unterbrechungsschaden i.d.R. bis zur Dauer von 30 Tagen (Haftzeit),
  • den entgehenden Betriebsgewinn,
  • die fortlaufenden Betriebskosten,
  • die fortlaufenden Löhne und Gehälter,
  • sowie Ersatz des Warenwertes bei Warenschäden und Brauchbarmachung zur anderweitigen Verwertung von Vorräten und Waren
  • Schließungsschäden
  • Vernichtungskosten von Vorräten und Waren
  • Desinfektionkosten oder Lohnkosten infolge behördlicher Anordnungen
  • Ermittlungskosten (§25 IfSG) und Beobachtungskosten (§29 IfSG).

Sinnvolle Erweiterung der Betriebsschließungsversicherung und Seuchenschließungsversicherung

Bei sorgfältig ausgewähltem Versicherungsschutz sollten Sie ggf. auch daran denken, den Versicherungsschutz um sinnvolle Bedingungen zu erweitern. Die Versicherungsbedingungen können durch “Besondere Bedingungen” (BBR) innerhalb der Betriebsschließungsversicherung um weitere Bausteine erweitert und abgeändert werden. Jedes Unternehmen hat aufgrund seiner spezifischen Betriebsart und der Betriebsabläufe einen individuellen Bedarf. Daher ist es für uns wichtig und auch eine Grundvorraussetzung, aufgrund einer genauen Betriebsbeschreibung und Betriebsbesichtigung Ihre Betriebsabläufe, Eigenschaften und Rechtsverhältnisse zu verstehen. Nur so können wir Ihnen eine risikoadäquate Absicherung ermöglichen. Folgende Einschlüsse sind in der Betriebsschließungsversicherung oder Seuchenschließungsversicherung i.d.R. durch BBR ohne Anspruch auf Vollzähligkeit möglich (alphabetisch sortiert):

+ Ausreichende Vorsorgeversicherung + Beitragsfreie Mitversicherung von Desinfektionskosten von Waren und Vorräten + Desinfektionskosten für Betriebsräume + Einschluss von Krankheiten aus dem ehemaligen Bundesseuchenschutzgesetz wie Keuchhusten, Pocken, Scharlach, Tetanus etc. + Ermittlungs- und Beobachtungskosten + Fremdes Eigentum in Ihrem Besitz + Kosten bei Arbeitsunfähigkeit beschäftigter Personen aufgrund von Krankheitserregern + Unterversicherungsverzicht + Verlängerung der Haftzeit

Einschlüsse werden in der Regel in den AVB / BBR mit Teilversicherungssummen, versicherungstechnisch sogenannten Sublimits, dokumentiert. Ob Sie oder Ihr Unternehmen einzelne Gefahren selbst tragen können und welche Gefahren durch den Versicherer zu tragen sind, gilt es zu prüfen und zu analysieren.

Billig muss für Sie als Unternehmer / Unternehmen nicht immer günstig sein. Eine hohe Prämie ist nicht automatisch gut. Es gilt das richtige Produkt zu finden. Im sogenannten „Kleingedruckten“ finden sich oft juristische Ausführungen, die speziell für die Tätigkeit Ihres Unternehmens ungeeignet oder unzureichend sein können. Der Versicherungsnehmer kann oft erst im Schadenfall erkennen, ob er das richtige Produkt gewählt hat.

Beachten Sie bitte, dass die auf diesen Internetseiten zur Verfügung gestellten Informationen und Produkt-Vorschläge eine persönliche Beratung nicht ersetzen können. Versicherer nutzen unterschiedliche Bedingungswerke (sogenanntes wording) und können daher von den o.g. Ausführungen abweichen. Auch kann es sein, dass seit der Artikelveröffentlichung Änderungen (z.B. aufgrund der Rechtsprechung oder im Gesetzgebungsverfahren) eingetreten sind, die in diesen Artikeln enthaltenen Darstellungen nicht berücksichtigt wurden. Insbesondere bei älteren Artikeln könnte es sein, dass deren Inhalte nicht mehr vollständig zutreffend sind.

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