Steueridentifikationsnummer

für Privatpersonen. Über Sinn und Unsinn einer bundeseinheitlichen Steueridentifikationsnummer “von der Wiege bis zur Bahre” kann man sicherlich streiten. Auch, wenn es ein weiterer Schritt hin zum “gläsernen Bürger” ist, hat diese auch einige Vorteile, die in meinen Augen überwiegen.

Ohne Steueridentifikationsnummer eine Vielzahl von Steuernummern

Jeder Steuerzahler und Bürger hatte vor Einführung Steueridentifikationsnummer eine Vielzahl von Steuernummern. Denn durch Mängel im bisherigen Steuernummernsystem hat jeder Steuerzahler / Bürger zwischenzeitlich eine Vielzahl von individuellen Identifikationsnummern erhalten, bspw. für die Umsatzsteuer-Identifikationsnummern, Kindergeldnummern, Zulagennummern für die Riester-Rente, um nur einige Wenige zu nennen. Künftig wird endlich sauber zwischen der steuerlichen Identifikation von Privatpersonen und Unternehmen unterschieden. Sie ersetzt die bisherige persönliche Finanzamts-Steuernummer und gilt ab der Geburt, ändert sich bei Umzügen nicht und gilt lebenslang. Die individuelle Identifikationsnummer wurde den (meisten?) Bürgern inzwischen automatisch durch das Bundeszentralamt für Steuern zugeteilt. Die rechtlichen Grundlagen der persönlichen Steuernummer finden sich im § 139b der AO.

Wie ist die Steueridentifikationsnummer aufgebaut?

Die Steueridentifikationsnummer setzt sich aus zehn Ziffern zzgl. einer Prüfziffer zusammen. Aus der Nummer dürfen keine Persönlichkeitsmerkmale aus der Ziffernfolge erkennbar werden (§ 139a AO). Es werden gespeichert

  • die Wirtschafts-Identifikationsnummern, sofern vorhanden,
  • Familienname,
  • frühere Namen,
  • Vornamen,
  • Doktorgrad,
  • Tag und Ort der Geburt,
  • Geschlecht,
  • gegenwärtige oder letzte bekannte Anschrift,
  • die zuständige Finanzbehörde,
  • Übermittlungssperren nach dem Melderechtsrahmengesetz und den Meldegesetzen der Länder
  • und zu guter Letzt das Sterbedatum.

Sie erkennen, die Identifikationsnummer gilt also bis über den Tod hinaus. Gemäß gesetzlicher Vorgabe wird sie nach spätestens 20 Jahren gelöscht. Die Steuerbehörden dürfen diese Nummer nur verwenden, um einen Steuerpflichtigen und dessen zuständiges Finanzamt festzustellen, Steuerangelegenheiten abzuwickeln sowie steuerrelevante Daten an die zuständigen Stellen weiterleiten zu können.

Und als verständiger Bürger frage ich mich: Wofür brauchen wir nun noch eine Volkszählung?

Eine Zusammenstellung von Fragen und Antworten durch das BMF finden Sie hier für “wirtschaftlich Tätige”, also Gesellschaften, Einzelunternehmer, Freiberufler und andere Selbstständige. Für die o.g. Gruppen gibt es eine Wirtschafts-Identifikationsnummer auf Anforderung durch die Finanzbehörden. Sie wird also nicht automatisch zugeteilt. Sie unterscheidet sich zur privaten IdNr. insofern, dass sie mit „DE“ wie bei der USt-IdNr beginnt. Sie ist mit dem jeweiligen Unternehmen fest verknüpft, sodass Tochterunternehmen oder weitere Gewerbebetriebe jeweils eine eigene Wirtschafts-IdNr. erhalten. Die Bestimmungen hierzu finden Sie im § 139c AO. Die Anzahl der zu speichernden Daten hängt bei der Wirtschafts-IdNr. von der Gesellschaftsform ab. Die bisherige Umsatzsteuer-Kennung wird weiterhin für grenzüberschreitende Geschäfte innerhalb der EU Gültigkeit haben. Da bei Personengesellschaften die Wirtschafts-Steuernummer mit der privaten IdNr. der beteiligten natürlichen Personen verknüpft werden muss, kann die Wirtschafts-Steuernummer erst nach endgültiger Zuteilung der privaten IdNr. erfolgen. Für Einzelunternehmer ist bzgl. möglicher Puplizitätspflichten auf Webseiten, Briefbögen, E-mail etc. der Vorteil, nur noch die Wirtschafts-IdNr. angeben zu müssen. Eine zweckwidrige Verwendung des Identifikationsmerkmals ist nach § 383a AO eine Ordnungswidrigkeit und kann mit einer Geldbuße bis 10.000 geahndet werden.