Die Spartentrennung ist im Versicherungsaufsichtsgesetz § 8 Absatz 1a VAG geregelt. Aufgrund der Spartentrennung dürfen Lebensversicherer oder Krankenversicherer keine anderen Sparten wie Schaden- oder Unfallversicherungen betreiben. Somit müssen aufgrund der Spartentrennung Lebens- und Krankenversicherungen sowie Schaden- und Unfallversicherungen von eigenständigen Unternehmen angeboten werden. Dies kann als Aktiengesellschaft (AG), Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit (VVaG) oder als öffentlich-rechtliches Versicherungsunternehmen erfolgen. Auch Rückversicherungsunternehmen sind nur zum Betrieb der Rückversicherung zugelassen.
Die Spartentrennung in der Schadenversicherung (ugs. auch Kompositversicherung genannt) selbst ist seit 1994 aufgehoben. Jeder Versicherer kann seine Produkte somit mit unselbstständigen Zusatzleistungen anderer Versicherungssparten ergänzen. Sollte der Kompositversicherer jedoch auch Rechtsschutzversicherungen anbieten, müssen Schadenfälle in eine rechtlich eigenständige Gesellschaft bearbeitet und reguliert werden.
Ergänzend gibt es noch die sogenannte „kleine Spartentrennung“. Bei der „kleinen Spartentrennung“ geht die Versicherungsaufsicht davon aus, dass sich grundsätzlich jede betriebene Versicherungssparte auf Dauer selbst tragen soll, also für den Versicherer profitabel sein soll. Da dies jedoch keine gesetzliche Verpflichtung ist, werden manche Versicherungsprodukte wie bspw. die Kfz Versicherung durch die anderen betriebenen Sparten quer subventioniert. Dadurch hofft der Versicherer über das zeitweise subventionierte Produkt den „Einstieg“ zum Kunden für weitere Produkte zu erhalten.
Durch die Spartentrennung ist die Bildung von Versicherungskonzernen üblich, die unter Verwendung des Versicherersnamen rechtlich selbstständige Versicherer der jeweiligen Sparte untergliedert haben.

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