Die „Grobe Fahrlässigkeit“ kann in vielen Versicherungssparten zum Ausschluss des Versicherungsschutzes durch den Versicherer führen. Auch ist bei „Grober Fahrlässigkeit“ eine Kürzung der Leistung je nach Schwere des Verschuldens des Versicherungsnehmers bzw. mitversicherte Person möglich. Grundlage ist der § 81 VVG.
„Grobe Fahrlässigkeit“ ist nach der Rechtssprechung eine „besonders schwere Verletzung der im Verkehr erforderlichen Sorgfalt“. Es kommt nicht darauf an, ob derjenige, welcher grob fahrlässig handelt, sich dessen bewusst ist, sondern darauf, ob objektiv ein solcher Verstoß gegen die erforderliche Sorgfalt vorliegt.
Die Einschränkung der Leistung bei „Grober Fahrlässigkeit“ ist üblicherweise in den Sparten Geschäftsinhalts-, Hausrat-, Wohngebäude- oder Kfz-Versicherung üblich. Sie kann jedoch meist durch Mehrprämie mitversichert werden. Die Privathaftpflichtversicherung und die Unfallversicherung ersetzen dagegen grob fahrlässig verursachte Schäden.

Kfz Versicherung

Gerade in der Kfz-Kasko-Versicherung ist die Besonderheit zu beachten, dass sich durch veränderte Rechtsprechung ein vormals fahrlässiges Verhalten zu einer „Groben Fahrlässigkeit“ verändern kann. Lange Zeit galt bspw. eine rote Ampel bei Sonnenblendung als Fahrlässigkeit, bis irgendwann sich in der Rechtsprechung durchsetzte, dass man bei Blendung langsam an eine Ampel oder Kreuzung heranzufahren hat. Daher wird besonders empfohlen, in der Kfz-Vollkasko-Versicherung die Klausel „Grobe Fahrlässigkeit“ einzuschließen. Bei Kfz-Haftpflichtschäden gibt es nur Verlust Versicherungsschutz bei Vorsatz. Dies ist nach Rechtsprechung diverser Gerichte bspw. bei Überschreitung der zulässige Höchstgeschwindigkeit von 40% gegeben. Bei Vorsatz würde dann auch die Rechtsschutzversicherung die Verfahrenskosten nicht übernehmen.

Gerichtlich anerkannte grobe Fahrlässigkeit. Es kommt jedoch auf den Einzelfall an:

  • Fahruntüchtigkeit durch Alkohl oder Drogen (siehe auch „grob Fahrlässig“ schon bei 0,7%o; ggf. Abweichung bei absoluter Fahruntüchtigkeit in Verbindung mit „unzurechnungsfähig“)
  • Fahrzeugüberlassung (Probefahrt, keine Führerscheinprüfung)
  • Kfz-Zulassungsbescheinigung bzw. Kfz Brief im Kfz)
  • leichtfertige Fahrweise (wenden, Bedienung Nafi oder CD Player, bücken nach Gegenständen, Durchfahrtshöhe)
  • Rotlichtverstoß
  • Schlüsselverlust (unbeaufsichtigt in Cafe auf Tisch, Handschuhfach, Briefschlitz Reparaturwerkstatt)
  • Sicherung Fahrzeug (ohne angezogene Handbremse, Schlüsselverlust wegen offene Haus-, Wohnungs- oder Terassentür, unverschlossenes Kfz)
  • Übermüdung

Weitere Info finden Sie unter Kfz Schaden und Kfz Unfall

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