Nach einem Versicherungsschaden erhalten Sie eine Entschädigung. Ist diese Auszahlung der Versicherungsleistung aus einem Schaden zu versteuern oder für Sie steuerfrei?

Der GdV schreibt dazu Folgendes auf seine Homepage:
Grundsätzlich sind Versicherungsleistungen nur insoweit steuerlich anzugeben, als sie Ersatz für steuerpflichtige Einnahmen oder steuerlich geltend gemachte Werbungskosten darstellen oder die Versicherungsprämien seinerzeit als Werbungskosten oder Betriebsausgaben von der Steuer abgezogen worden sind.

Das hört sich kompliziert an und wie in der dt. Steuergesetzgebung üblich, ist es das auch. Verkürzt kann man annehmen, dass Schadenzahlungen aus dem Privatleben steuerfrei sind. Also die Versicherungsleistung aus Ihrer Hausratversicherung oder Glasversicherung, Schadenzahlungen für Ihr privat genutztes Kfz, Versicherungsleistungen nach einem Sturmschaden für Ihr selbst genutztes Eigenheim sind somit steuerfrei. Sie wollen es genau wissen? Ein Blick ins Steuergesetz schafft Klarheit: §3 EStG Steuerfreie Einnahmen oder § 8 Einnahmen EStG. Ggf. gilt jedoch trotz Steuerfreiheit der sogenannte Progressionsvorbehalt (EStG §32B) .

Geschädigte Sache waren steuerlich Werbungskosten

Anders ist es sofort, wenn Sie die „geschädigte Sache“ bereits steuerlich geltend gemacht haben, bspw. über Werbungskosten abgesetzt haben oder damit direkt steuerliche Einnahmen erzielen. Bspw. die steuerlich abgesetzte Arbeitskleidung oder selbst erworbene und steuerlich abgesetzte Arbeitsmaterialien. Hier erzielen Sie durch Entschädigung sogenannte negative Werbungskosten, die in der Steuererklärung anzugeben sind. Sollten Sie die geschädigte Sache im gleichen Jahr wieder anschaffen, müssen die Entschädigungszahlungen mit dem Kaufpreis verrechnet werden. Achten Sie hierbei auf anteilige Berechnung, wenn die geschädigte Sache nur teilweiser einer beruflichen Nutzung unterliegt. Auch wenn Sie „nur“ die Versicherungsprämie steuerlich geltend gemacht haben, kann es zu einer Steuerpflicht der Schadenleistung kommen.

Außergewöhnlichen Belastungen

Bei der Absetzbarkeit sogenannter außergewöhnlicher Belastungen, wie bspw. bei Hochwasserschäden der Selbstbehalt bei einer vorhandenen Elementarschadenversicherung, entsteht keine Steuerpflicht. Denn hier gibt nur eine steuerliche Absetzbarkeit für Kosten, die nach dem Schaden tatsächlich entstanden sind. Als Betroffener können Sie die Hochwasserschäden als außergewöhnliche Belastung steuerlich geltend machen, abzgl. eines zumutbaren Eigenanteil.

Steuer auf Erwerbsunfähigkeitsrente und Berufsunfähigkeitsrente?

Eine private Berufsunfähigkeitsrente und Erwerbsunfähigkeitsrente einer privater Versicherung war schon immer steuerlich begünstigt. Seit dem 01.01.2005 gibt es mit dem Alterseinkünftegesetz (AltEinkG) eine Neuregelung. Berufsunfähigkeitsrenten sowie auch Erwerbsunfähigkeitsrenten sind als gemäß § 22 EStG (Arten der sonstigen Einkünfte) steuerpflichtig. Sie werden nach Ertragsanteil besteuert. Der Ertragsanteil wird nach
a) der verbleibenden Rentenlaufzeit, also der Leistungsdauer Ihres Vertrages
b) nach Ihrem Einstiegsalter, ab dem Sie Ihre Rente bekommen
ermittelt. Je höher Ihr persönlicher Ertragsanteil ist, umso höher wird Ihre Berufsunfähigkeitsrente oder Erwerbsunfähigkeitsrente oberhalb der Freibeträge versteuert.

Aber das Krankentagegeld der PKV ist dann steuerfrei?

Kommt darauf an, würden die Juristen sagen. Das Krankentagegeld der privaten Krankenversicherung ist im Gegensatz zum Krankengeld der GKV steuerfrei, wenn die Beiträge in der Einkommensteuer-Erklärung unter den sonstigen Vorsorgeaufwendungen abgesetzt werden. Anders ist es bei dem beherrschenden Gesellschafter Geschäftsführer. Hier können die Beiträge der Krankentagegeldversicherung als Betriebsausgabe abgesetzt werden und dann sind die Krankentagegeldleistungen aus der PKV steuerpflichtige Einnahmen.

Sie sind Gewerbetreibender oder Freiberufler?

Hier ist die steuerliche Situation einfach. Die Einnahmen aus Versicherungsleistungen sind i.d.R. negative Betriebsausgaben. Jedoch auch hier kann es Besonderheiten geben, wenn die Versicherungsprämie nur teilweise von der Steuer abgesetzt werden kann, wie es bspw. bei der Betriebsausfallversicherung der Fall ist.