Ein Urlauber eines Hotels hat keinen Anspruch auf Schadenersatz gegenüber dem Reiseveranstalter, wenn er auf einem erkennbar nassen Boden auf dem Weg zum Swimmingpool oder Schwimmbad ausrutscht (OLG Frankfurt 09.01.2014 16U43/13).
Der Kläger hatte bei dem beklagten Reiseveranstalter eine Pauschalreise gebucht. Der Kläger wollte mit Badeschuhen die Stufen zum Pool hinabsteigen und rutsche aus, brach sich dabei das Steißbein und der rechten Handwurzel, sowie mehrere Prellungen. Er vermutete, dass er nur gestürzt sei, weil die in Sichtweise befindliche Reinigungskraft die Treppe kurz zuvor „mit Unmengen von laugenähnlichem Wasser und Reinigungsmitteln“ gereinigt habe. Für die vorzeitige Rückreise forderte der Kläger eine Minderung des Reisepreise um 85%, für einen in der Krankenzeit verlorenen Auftrag 25.000 EUR und für Kosten von Besorgungen sowie Schmerzensgeld forderte er weitere knapp 13.000 EUR.

Hinweisschild Rutschgefahr?

Aufgrund eines fehlenden Warnschildes bzgl. Rutschgefahr und der nicht trocken gewischten Treppe sollte der Reiseveranstalter für dieses Fehlverhalten verantwortlich sein. Das LG Frankfurt sowie auch das OLG Frankfurt wiesen die Klage als unbegründet ab. Nach Ansicht der Richter war der Sturz des Klägers ein allgemeines Lebensrisiko, welches keinen Reisemangel darstellen kann. Vielleicht überraschte die Antwort den Kläger, wenn die Richter meinten, dass man als Besucher eines Schwimmbeckens einer Hotelanlage stets mit Nässe rechnen müsse. Dies gelte besonders am frühen Morgen, an dem derartige Anlagen erfahrungsgemäß und üblicherweise auch mit Reinigungsmittel gereinigt würden. Ein Warnschild sei ebenfalls nicht vonnöten, denn der Kläger hatte ja selbst erklärt, dass er die Reinigungskraft wahrgenommen habe, als sie die Stufen reinigte.