Das Amtsgericht Bad Segeberg hat mit Beschluss vom 15. Juli 2015 entschieden (9 C 327/14), dass beim Zusammenschieben eines Schneehaufens ein Verkehrssicherungspflichtiger darauf zu achten hat, dass bei einsetzenden Tauwetter das abfließendes Tauwasser keine Glatteisflächen auf einem Kundenparkplatz entstehen. Denn abfließendes Tauwasser sei eine besondere Gefahrenquelle nach Meinung des Amtsgerichts. Die Klägerin stürzte auf dem leicht abschüssigen Parkplatz auf Glatteis, als sie aus dem Auto stieg. Neben dem gewählten Parkplatz fand sich ein zusammengeschobener Schneehaufen, den die Klägerin jedoch bereits bei der Auswahl des Parkplatzes gesehen hatte. Die verletzte Klägerin verklagte den Inhaber des Supermarktes auf Schmerzensgeld, der aufgrund von Abstreuen mit Granulat eine Haftung bestritten hatte.

Nach Meinung des Gerichts hätte die Klägerin aufgrund der Witterungsverhältnisse neben einem Schneehaufen mit der Glätte rechnen müssen. Erschwerend für die Klägerin kam hinzu, dass auf einem vorgelegten Foto die Eisfläche deutlich dunkler war als der sie umgebende Asphalt. Daher wurde ihr ein erhebliches Mitverschulden am Zustandekommen des Unfalls zugerechnet.

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