Ein Arzt haftet i.d.Regel nicht für seine Praxisgarderobe. Ausnahme besteht jedoch, wenn Patienten zum Ablegen von Kleidung oder Gegenständen Orte gezwungen sind, die sie nicht selbst beaufsichtigen können. In dem Verfahren vor dem OLG Köln (Az 5U63/97) klagte eine Frau, welche einen teuren Pelzcape nach Hinweis der Praxishelferin auf einen Garderobenhaken im Rezeptionsbereich aufgehängt hatte, welcher nach erfolgter Behandlung verschwunden war, auf Schadenersatz. Das Gericht verneinte einen Verwahrungsvertrag zwischen Arzt und Patient, da ein Arzt nur in Ausnahmefällen einer Nebenverpflichtung zur Aufbewahrung von Kleidungsstücken unterliege. Die Patientin hätte aber in diesem Fall auch das Kleidungsstück mit ins Behandlungszimmer nehmen können. Die von der Klägerin behauptete Aufforderung zur Ablage an der Garderobe sah das Gericht lediglich einen Gefälligkeitshinweis der Praxishelferin.