Ist die gekaufte Sache mangelhaft, muss ein Käufer dem Verkäufer zunächst die Möglichkeit zur Nachbesserung geben. Die Nachbesserung hat jedoch dort stattzufinden, wo ursprünglich der Vertrag erfüllt wurde. Die Ware muss vom Käufer dorthin gebracht werden, so das Amtsgericht München (Az.222 C 19013/10). Der Käufer eines 19 Jahre alten Wohnmobils der Marke Mercedes „MB 100 Karmann“ zum Preis von rund 10.000 Euro wurde in München besichtigt, gekauft und von den Käufern mit nach Norddeutschland genommen. Nach kurzer Zeit reklamierte der Käufer ein Leck in der Tankleitung, eine defekte Dachluke, ein starkes Knarren an der Achse und verwitterte Reifen beim Verkäufer. Dieser wollte die Mängel beseitigen, wofür das Wohnmobil nach München gebracht werden sollte bzw. es abgeholt werden könnte. Der Käufer verweigerte dies und wollte das Kfz „vor Ort“ reparieren lassen. Alternativ bot er an, ein Abschleppunternehmen für die Fahrt nach München zu beauftragen. Das wurde vom Verkäufer abgelehnt, sodass der Käufer das Wohnmobil für 1.507 Euro reparieren ließ. Der Käufer verweigerte die Zahlung und wurde verklagt. Die zuständige Richterin des Amtsgerichts München wies die Klage jedoch ab. Der Käufer könne die Kosten für die Reparatur nicht verlangen, da er dem Verkäufer keine Möglichkeit der Nachbesserung gegeben habe. Auch wurde keine wirksame Frist zur Nachbesserung gesetzt. Die Forderung, dass Kfz nur durch ein Abschleppunternehmen abholen zu lassen, schränke das Nachbesserungsrecht des Verkäufers derart ein, das von einem wirksamen Nachbesserungsverlangen nicht mehr ausgegangen werden könne. Vielmehr war der Käufer sogar verpflichtet gewesen, das Kfz selbst nach München zu bringen.