Ein Versicherter hatte mit seinem Porsche 911 Carrera Cabrio einen Unfall in Italien und kam bei regennasser Fahrban von der Straße ab. Seine Beifahrerin und italienische Passanten halfen ihm, das Kfz wieder auf die Straße zu schieben. Später verlangte der Fahrer von seiner Versicherung rund 18.000 EUR Reparaturkosten. Bei der Befragung verschwieg der Porsche Carrera Fahrer die Beifahrerin als Zeugin, da es sich um seine Geliebte handeln sollte. Auf weitere Nachfrage der Versicherung benannte der Versicherungsnehmer schließlich die Beifahrerin als Zeugin mit dem Hinweis versehen, dass er verheiratet sei und daher die Freundin nicht benennen wollte. Der Versicherer verweigerte daraufhin die Leistung. Das LG Dortmund (23.04.2010, Az. 22 O 171/08) wies die dagegen gerichtete Klage ab. Ein Versicherungsnehmer habe keinen Anspruch aus § 1 VVG a.F. i.V. mit §§ 12, 13 AKB. Unabhängig vom Vorliegen des behaupteten Versicherungsfalles sei die Versicherung wegen einer Obliegenheitsverletzung gemäß § 7 I. (2) S. 3, (4) AKB i. V. mit § 6 Abs. 3 VVG a.F. leistungsfrei geworden. Denn ein Versicherungsnehmer sei verpflichtet, alles zu tun, was zur Aufklärung des Tatbestandes und zur Minderung des Schadens dienlich sein kann. Die danach für die Aufklärung bedeutsame Frage nach Zeugen des Unfalles habe der Kläger verneint, obwohl eine Zeugin sich nach seinen eigenen Angaben als Beifahrerin in seinem Pkw befunden hatte. Dieses Verschulden des Versicherungsnehmers sei generell geeignet, die berechtigten Interessen des Versicherers ernsthaft zu gefährden. Denn über die Möglichkeit des Anspruchsverlustes auch bei folgenlosen Obliegenheitsverletzungen wurde er ordnungsgemäß belehrt. Gerade bei Unfällen im Ausland, die polizeilich nicht aufgenommen wurden, seien Zeugen von größter Wichtigkeit für den Versicherer, so das Gericht. Es handele hier somit nicht um einen Verstoß eines sonst ordentlichen Versicherungsnehmer, der leicht unterlaufen könne und für den ein einsichtiger Versicherer Verständnis aufzubringen vermöge. Vielmehr gäbe es keinen Grund, warum die berechtigten Interessen des Versicherers hinter dem Interesse des Klägers, seine Beziehungen störungsfrei zu unterhalten, zurücktreten müssen.