Der BGH hatte über die Klage einer Autovermietung zu entscheiden (Az.: VI ZR 259/09). Ein sieben Jahre alter Mercedes war bei einem Unfall beschädigt worden. Die Schuld lag beim Unfallgegner und die Autovermietung wollte die Reparatur in einer Mercedes-Fachwerkstatt reparieren lassen. Der Versicherer des Unfallverursachers sah dies in Bezug auf Schadenminderungs-Pflicht gemäß § 254 Absatz 2 BGB anders. Er wollte den Bagatellschaden nur mit einer fiktiven Abrechnung die niedrigeren Stundenverrechnungs-Sätze einer nicht markengebundenen Fachwerkstatt erstatten. Der BGH entschied dazu: Wenn ein Autofahrer einen Schaden erleidet, kann er von der Haftpflichtversicherung des Schädigers unter dem Gesichtspunkt der Schadenminderungs-Pflicht auf eine günstigere Reparaturmöglichkeit in einer mühelos und ohne weiteres zugänglichen freien Fachwerkstatt verwiesen werden. Der Versicherer muss aber schlüssig darlegen, dass eine Reparatur in dieser Werkstatt vom Qualitätsstandard her der Reparatur in einer markengebundenen Fachwerkstatt entspricht. Dies sei dem Geschädigten dann zuzumuten, wenn das Kfz älter als 3 Jahre ist. Ausnahme könnte sein, wenn der Geschädigte sein Fahrzeug bisher stets in einer markengebundenen Fachwerkstatt habe warten und reparieren lassen. Dem Geschädigten sei es außerdem zuzumuten, eine von der Versicherung benannte Fachwerkstatt aufzusuchen, die im Einzugsbereich ihres Firmensitzes liege. Verbringungskosten zu einer anderen Werkstatt, die sie in Rechnung stellen wollte, seien deshalb unangemessen. Aber wie so oft, keine Regel ohne Ausnahme: Unzumutbar sei eine Reparatur in einer freien Fachwerkstatt für den Geschädigten auch dann, wenn diese nur deshalb kostengünstiger sei, weil ihr nicht die marktüblichen Preise dieser Werkstatt, sondern vertragliche Sonderkonditionen mit dem Versicherer des Schädigers vereinbart wurden.