Nach einem Urteil des OLG Saarbrücken handelt eine Autofahrer mit 0,7% Blutalkohol, der in eine wenig übersichtlichr, bevorrechtigte Straße einfährt, grobfahrlässig, wenn dies zu einem Unfall führt. Eine solche Blutalkoholkonzentration liege zwar unter dem Wert der absoluten Fahruntüchtigkeit, dies heißt aber nicht, dass eine grobe Fahrlässigkeit nicht vorliegen könne. Bei absoluter Fahruntüchtigkeit spricht allerdings ein sog. Anscheinsbeweis für eine grobe Fahrlässigkeit. Der Versicherer muss dies nachweisen  und konnte dies auch im vorliegenden Fall (OLG Saarbrücken vom 28.1.2009, AZ: 5 U 698/05-102). Die Versicherung konnte hier nämlich alkoholbedingter Ausfallerscheinungen nachweisen. Dies hat zur Folge, dass die Kfz-Haftpflichtversicherung einen Erstattungsanspruch / Regress in Höhe von 5.000 gegenüber dem Autofahrer hatte und die Vollkaskoversicherung überhaupt nicht einstandspflichtig war. Nach der Neuregelung im VVG kommt zwar grundsätzlich bei einer groben Fahrlässigkeit, durch die der Unfall herbeigeführt wird, nur eine Quotelung der Haftung in Betracht, viele Juristen meinen aber, dass diese Quote bei einer alkoholbedingten Fahruntüchtigkeit des Unfallverursachers zu 100% zulasten des Unfallverursachers geht. (Strieder, Rechtsanwälte in Solingen und Leverkusen).